Was sind Meningokokken, wie kann man die Infektion bekommen und wie merkt man, dass man die Krankheit hat?
Meningokokken sind Bakterien, die etwa zehn Prozent der Bevölkerung im Nasenrachenraum beherbergen, ohne zu erkranken. Die Bakterien werden durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen, etwa durch Anhusten, Niesen oder auch beim Schmusen.

Jährlich erkranken allein in Deutschland 700 bis 800 Menschen daran. Meningokokken verursachen Hirnhautentzündungen und Blutvergiftungen. Das Spektrum der Erkrankung reicht von leichten Verläufen mit spontaner Abheilung bis hin zu einem hochakuten Ausbruch, der trotz Behandlung in wenigen Stunden zum Tod führt. Manchmal geht der Meningitis (Hirnhautentzündung) eine banale Erkältung voraus, eventuell auch eine richtige Virusgrippe. Die Meningitis beginnt plötzlich mit starkem Krankheitsgefühl wie Abgeschlagenheit, hohem Fieber, Erbrechen, Schüttelfrost, Gelenk- und Muskelschmerzen oder Bewusstseinsstörungen. Insbesondere können Hautblutungen auftreten, die sich in rot-violetten Hautflecken äußern. Diese Symptome müssen nicht alle gleichzeitig auftreten, sie können sich innerhalb weniger Stunden bis Tage entwickeln. Ein typisches Symptom ist auch die Nackensteifigkeit.

Bei Säuglingen können neben dem fast immer auftretenden Fieber die Krankheitszeichen zunächst wenig eindeutig sein: Teilnahmslosigkeit oder Unruhe, Nahrungsverweigerung und Berührungsempfindlichkeit. Trotz Behandlung treten bei jedem fünften Erkrankten Komplikationen und Spätfolgen wie Hörverlust oder Krampfleiden auf, für jeden zehnten Patienten jedoch kommt jede Hilfe zu spät, er stirbt.

 

Für nahezu alle Fälle sind zwei Typen der Meningokokken (B und C) verantwortlich. Die Zahl der Erkrankungsfälle durch die Meningokokken C liegt im Schnitt bei ca. 20 %.

Jede 5. Infektion ist also durch Meningokokken C verursacht.

Meningokokken B sind zwar häufiger, jedoch sind Meningokokken C gefährlicher, da sie mehr tödliche Infektionen bewirken.

Die Sächsische Impfkommission hat zum 01.07.2003 eine Erweiterung ihrer Impfempfehlungen beschlossen. So wird ab sofort empfohlen, alle Kinder und Jugendlichen ab dem 3. Lebensmonat bis zum vollendeten 18. Lebensjahr gegen Meningokokken-Infektionen der Gruppe C mit konjugiertem Impfstoff zu impfen.

In Großbritannien haben sich diese Meningokokken-C-Konjugat-Impfstoffe bereits bewährt. Dort wurden im Rahmen einer groß angelegten Impfkampagne des staatlichen Gesundheitsdienstes in den Jahren 2000/2001 viele Millionen Kinder und Jugendliche bis zum 19. Lebensjahr damit geimpft.

In, Irland, Spanien, Griechenland wird seit einigen Jahren zu Lasten des öffentlichen Gesundheitssystems geimpft.

Seit August 2006 wird die Impfung in Deutschland für Kleinkinder im 2. Lebenjahr empfohlen und von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

 

Wie man auf der Abbildung erkennen kann, sind überwiegend Kleinkinder und Säuglinge sowie Jugendliche von der Erkrankung betroffen.

 

Im Alter ab 1 Jahr reicht eine einzige Impfung ,die wahrscheinlich lebenslang wirkt.

 

Für Säuglinge im 1. Lebensjahr gilt ein anderes Impfschema und zwar 2 Impfungen im Abstand von 2 Monaten.

 

 

Unten sind nochmals die Verteilung in Europa und Deutschland dargestellt.

Wie gesagt kann nur gegen die Serogruppe C geimpft werden, das sind ca. 20 % der Fälle, aber mit steigendem Anteil und dem gravierenderen Krankheitsverlauf.

Impfung :

Es zeigt sich aus den groß angelegten Impfkampagnen in England, dass die Verträglichkeit des Impfstoffes dem DTP also dem früheren Dreifachimpfstoff entspricht.

 

Häufigkeit

Nebenwirkung

sehr häufig

(>1 : 10)

 

lokale Reaktionen an der Injektionsstelle:

– (Rötung, Spannungsgefühl/ Schmerz, Schwellung)

– Gliederschmerzen bei älteren Kindern

– Kopfschmerzen

– Schreien und Unruhe bei Säuglingen und Kleinkindern

– Benommenheit/Schläfrigkeit/ Schlafstörungen bei Säuglingen und Kleinkindern

– Erbrechen/Übelkeit/Durchfälle bei Säuglingen

– Appetitverlust bei Säuglingen

häufig

(>1 : 100

und

<1 : 10)

 

– Fieber

– Appetitverlust bei Kindern

– Erbrechen/Übelkeit/Durchfall bei Kindern

– Muskelschmerzen bei älteren Kindern und Erwachsenen

– Gliederschmerzen bei Kindern

 

 

In Hessen liegen die prozentualen Anteile

bei 20-25 %

 

 

Serogruppenverteilung aufgeschlüsselt

nach Altersgruppen:

 

B        - keine Impfung möglich

C        - Impfung möglich

W135 - Reise-Impfung möglich

Y        - Reise-Impfung möglich